La Palma 2014

Auf alten Vulkanen – La Palma

Die Kanaren: Ewige Sonne, Touristenburgen, Strände so weit das Auge reicht… Wirklich? Nein, La Palma ist anders. Neben La Gomera direkt nebenan ist La Palma wohl die Wanderinsel schlechthin. Festes Schuherk ist Pflicht auf – laut UNESCO – einer der schönsten Inseln der Welt.

“Das ist jetzt schon der schönste Urlaub, den wir je gemacht haben”, sagt meine Freundin. Wir sind gerade einmal 45 Minuten auf La Palma und fahren mit einem viel zu schwach motorisierten Mietwagen auf eine Wand auf Grün zu. La Palma ist anders: Anders als Lanzarote oder Fuerteventura, anders als Mallorca oder Ibiza, ander als das spanische Festland. La Palma ist all das in Grün, minus die ganzen anderen Deutschen – plus einem Schuss Südsee. Der ewige Frühling, das ist La Palma. Und welche Zeit eignet sich zum Wandern besser als der Frühling?

 

Die Kanaren gehören geografisch zu Afrika. Man kann also auf einem anderen Kontinent wandern, ohne Europa verlassen zu müssen. Mit allen Vorteilen: Exotische Landschaften, vertraute Währung. Unbekannte Pflanzen, bekannte Sprache – so man denn Spanisch spricht.

Viel ließe sich berichten über die Ureinwohner, die überall ihre kreisrunden Sonnen-Malereien hinterlassen haben, über die spanische Eroberung und die Bedeutung der Insel für die spanische Besiedlung Südamerikas. Über Seide und Tabak, Bananen und Rum. Aber wir sind ja schließlich zum Wandern hier.

Wer im Flieger nach La Palma sitzt, wird schnell merken, dass es keine fixe Idee ist, auf den Kanaren wandern zu wollen: Ein Blick auf das Schuhwerk der Mitreisenden genügt, um zu wissen: Hier bin ich richtig. In diesem ersten Blogeintrag zur Insel soll und kann gar nicht alles abgehandelt werden. Einzelne Strecken und Höhepunkte stellen wir gesondert vor. Hier geht es darum, was euch als Palma-Urlauber erwartet.

La Palma bietet für fast jeden Wanderfreund das Richtige – außer ihr steht auf’s ewige Eis. Berge, Wälder, Ebenen, verwinkelte Städtchen. Nur das mit dem Club-Besuch nach einem Tag auf den Beinen könnte sich – außerhalb der mit 20000 beziehungsweise 16000 Einwohnern größten Städte Los Llanos und Santa Cruz – etwas schwierig gestalten.

Blick auf die Insel-Hauptstadt Santa Cruz - ohne Wolken. nach links ansteigend: die Cumbre, die die Insel in unterschieldiche Vegetationszonen teilt.
Blick auf die Insel-Hauptstadt Santa Cruz – ohne Wolken. nach links ansteigend: die Cumbre, die die Insel in unterschieldiche Vegetationszonen teilt.

Wer die Sonne nicht jeden Tag braucht, sollte sein Quartier in der Nähe der im Osten gelegenen Hauptstadt Santa Cruz aufschlagen. La Palma liegt genau im Passat. Das hat zur Folge, dass häufig von Osten Wolken über die Insel ziehen. Die aber wird in der Mitte durch eine Gebirgskette – Cumbre Nueva wie die Cumbre Vieja – getrennt. Die Wolken stauen sich. So ist der Osten voll wilden Grüns, die Temperaturen liegen etwas niedriger und die Gefahr für einen Sonnenbrand auf nackten Wanderer-Waden ist nicht ganz so groß. Wenn auch größer als in Deutschland.

Anders der Westen und insbesondere das Sonnen-Dreieck zwischen Los Llanos, Tazacorte und Puerto Naos. Letzteres bietet neben einer in den Jahren 2013/14 frisch sanierten Promenade einen der größten Strände der Insel – knapp zwei Kilometer lang und schwarz (und deswegen bei Sonne sehr heiß!) wegen seines vulkanischen Ursprungs. Wenig verwunderlich, dass hier eines der größten Hotels der Insel steht. Von dem starten – wie von einer noch größeren Anlage im nicht weit entfernten Los Cancajos im Süden – auch viele organisierte Wandertouren über die Insel. Auch Taucher finden hier Zerstreuung.

Aridane-Tal
Blick ins Sonnen-Dreieck, das Aridane-Tal im Westen La Palmas.

Weniger touristisch, dafür das Ziel vieler Tagesausflügler und Ausgangspunkt vieler Wanderungen sind der Norden und der Süden der Insel. Nördlich der großen Bergkette schmiegen sich viele kleine Dörfer an die Hänge. Serpentinen führen in die Höhe und bis hinauf zum Roque de los Muchachos – dem mit 2426 Metern höchsten Berg der Insel. Er beherbergt eines der größten Obervatorien der Welt…

Observatorien
Blick ins All auf dem Roque de los Muchachos.

… wegen dem es auf der Insel strenge Vorschriften zur Vermeidung von Lichtverschmutzung gibt. Das macht La Palma auch zu einem beliebten Reise-Ziel für Astro-Fotografen. Hinzu kommen im Norden Farn-Urwäler, Loorbeer-Haine und eine rauhe, zerklüftete Küste, in die die Bewohner kleine Schwimmstellen eingearbeitet haben, etwa den Charco Azul.
Vollkommen gegensätzlich der Süden: vulkanisch aktiv, kahl wie der Mond und ebenso faszinierend. Hier gibt es eine bis heute aktive Saline, die zugleich Startpunkt für einen der herausfordernsten Ultra-Marathons der Welt ist. Auch Wanderer können am Südzipfel die Routa de los Volcanes angehen. Das ist mit 16,4 Kilometern und rund 1400 Höhenmetern allerdings kein Pappenstiel.

Salineros
Salineros bei der Arbeit.

Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt dieser faszinierenden Insel. Mehr gibt es in den Beschreibungen einzelner Touren zu sehen. So geht es etwa von der Inselmitte auf die Vulkanroute, tief in die Lorbeerwälder, auf den Cumbres entlang oder mit viel zu wenig Wasser in die Caldera de Taburiente, die größte Caldera der Welt, hin zu der Cascada Colorada.

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